Bergisch’ Land Beauty – Sengbachtalsperre

Am Samstag hat es mich mit Freunden nach draußen gezogen, in den Wald, ans Wasser, an die Luft – weg aus unseren Wohnzimmern, die uns in den nächsten Wochen noch genug zu sehen bekommen. Weg von Bildschirmen jeglicher Art, weg vom Haushalt mit seinen kleinlichen Aufgaben, so nervig wie notwendig…

Einfach nur raus, raus, raus aus dem Haus, zu fünft rein in das Auto, lachend und durcheinander redend in Richtung Glüder, dahin, wo früher das Getaway zu finden war.

Das übliche Gefummel mit Smartphones und Runkeeper, parallele Dehnübungen und kopfüber ins Gebüsch – beinahe.

Was folgte war eine Achterbahn von “Wow, hast du den Pilz gesehen?”

1382170708860über “Klar, und du den Feen-Baumstumpf da?”

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bis zu “Oh Gott, bitte nein, da kommt ja schon wieder ein Berg…”

Das ist der Fluch und der Segen im Bergischen Land: Wenn man darin unterwegs ist, muss man mit voller Kraft so einige Hügel hoch. Doch schafft man das, Schnappatmung hin oder her, wird man belohnt.

Und zwar grandios.

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Und wenn man auf seiner Runde zum zweiten (!) Mal vom gleichen Jogger überholt wird, lässt auch das Selbstmitleid ob der drohenden Seitenstiche schlagartig nach…

Sieht man dann am Ende die ganz beachtliche Runde auf seinem Smartphone, bleibt doch ein wenig Stolz. Und ja, auch etwas Muskelkater in den Beinen – aber der ist schließlich das sportliche Äquivalent von “picture or it didn’t happen”, right?

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Herbstgefühle am Rüden

Heute Morgen habe ich mich der Kälte und dem Schweinehund gestellt. Ich fuhr zum Laufen, um die Sache aufzumischen, in Richtung Widdert, den Dunstschwaden entgegen.

Schon auf Höhe der Grundschule konnte man die Nebelschlange im Tal erkennen, die sich auf Wupperhöhe durch das Rüden-Tal schlängelt.

Wie ein wenig Feuchtigkeit in kalter Luft die Klingenstadt in ein mystisches Wunderland verwandeln kann!

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Keine Menschenseele auf den Wegen…

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Und meine Lieblingsbekanntschaften der Wupper, die Brücken…

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… an denen Lichter aufgestellt wurden, um herumirrenden Brückengeistern den Weg zu leuchten…

Camera 360Ich konnte leider keine entdecken – nur die Schafe auf den Weiden habe ich getroffen…

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… und dieses kleine Kerlchen, das ich zuletzt im Frühling gesehen habe

Camera 360Wo genau ich da war? Na, hier, auf dem Obstweg:

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Ich war wahrscheinlich noch nie so herbstbesessen, wie dieses Jahr – aber er ist auch einfach zu schön!

Herbstgefühle von der Wupper

Gestern schien die Sonne nicht, man sah sie sogar kaum. Es war eher kühl und schien insgesamt wenig einladend – trotzdem bin ich runter an die Wupper gefahren, um die “Einmal über die Brücke”-Runde zu machen.

Und war so froh, es getan zu haben.

Der Lauf war der Beweis, dass der Herbst nicht nur schön ist, wenn die Sonne durch glühende Blätter scheint.

Ihr braucht Ansichtskarten? Mais, bien sûr.

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Fünf gute Gründe, um gleich den Regenschirm zu nehmen und wieder los zu ziehen, dahin, wo die Wälder noch rauschen

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Nachtrag:

… wo ich dann auch war:

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Dem Herbst entgegenlaufen

Um am besten zu verstehen, wovon ich hier rede, solltet ihr euch in einem weiteren Tab dieses Video von Lily & Madeleine anhören – ich tue es gerade beim Schreiben.

Gestern Abend habe ich einen herbstlichen Auflauf gegessen. Mein Bauch war voll, ich war erschöpft, aber damn it, ich wollte doch laufen gehen!

Also habe ich mich gegen 19:00 Uhr noch in mein Auto geschwungen und bin runter an die Wupper gefahren.

Ach, die Wupper – sie riecht noch immer wie in den 90ern, damals, als ich noch unfreiwillig zu ihr ging, mitgeschliffen von Eltern, die nur mein Bestes wollten (frische Luft, Kind, nicht immer nur lesen!)

Eigentlich war es schon fast zu kalt zum Laufen, nur im T-Shirt.

Eigentlich war es schon fast zu dunkel, nach sieben im Herbst.

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Aber ich hätte nicht früher loslaufen dürfen.

Eine Stunde früher und ich hätte nicht das hier gesehen:

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Ihr seht einen Sonnenuntergang, was ihr nicht sehen könnt, sind die Fledermäuse, die kurz vor Gut Nesselrath über der Wupper kreisen.

Wunderschön. Nur Batman’s kleine Freunde, das Glucksen der Wupper und ich.

Und mein Glucksen – who am I kidding, momentan gehe noch viel mehr als ich laufe…

Es ist toll, photografische Beweise davon zu haben, wie schön es an der Wupper ist – selbst, wenn sie nur von der schlechten Handykamera kommen.

Wenn ich weiß, wie schön es dort ist, fällt es mir leichter, mich erneut aufzuraffen. So wie heute morgen.

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Denn auch im Morgendunst ist es hier wunderbar, so leuchtend, wie die jungen Pflanzen aus dem Feld gucken.

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Die Kühe stören sich auch nicht daran, dass ich stramm an ihnen vorbei marschiere

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Und an der Wupperbrücke bei der Friedrichsaue wartet ein Blatt auf mich, das keck im Geländer steckt und für mich posiert, als hätte es auf mich gewartet

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Da komme ich doch gerne wieder!

Herbstgefühle

Der Herbst ist zurück und mit ihm nasse Hosenbeine, kalte Hände und ein gut gefülltes Teeregal.

Aber auch goldene Blätter. Frische Luft. Und endlich wieder Boots tragen können.

Ist das nicht großartig? Dies ist mein 28. Herbst. Mindestens 24 Mal habe ich mich Mitte September schon gefreut, dass die Sommehitze ein Ende hat. Habe gedacht endlich kommt der Herbst!

©NickProsch

©NickProsch

Habe es geschafft, innerhalb des letzten Jahres seine nasse, windige und dunkle Seite vollkommen zu vergessen.

Anscheinend läuft es bei mir mit den Jahreszeiten so, wie mit jungen Müttern: Ist das Baby (der Frühling) erst da, erinnert man sich nur noch an die schönen Seiten der Schwangerschaft (Blätter! Brise! Gemütlichkeit!), aber nicht mehr an die schmerzhafte Geburt (Kälte, Nässe).

Besonders goldig hat dieser Herbst nicht angefangen – eher huch, vorgestern hatten wir doch noch 30°, wieso friere ich denn heute?

Jetzt erinnere ich mich wieder an den Grund, immer einen Knirps in der Handtasche zu haben.

Denn Solingen kann furchtbar nass sein. Mit einem Knirps bleibt man wenigstens von oben trocken, aber die Hose hat keine Chance. Ergo: nasse Hosenbeine.

Und wenn wir mal ehrlich sind: ab heute geht doch eh alles den Bach runter. Erst Herbst (kalt und nass), dann Winter (Abwechslung: nass und kalt!) und wenn wir Pech haben, steht uns ein Winter wie 2010 bevor. Mit Schnee so weit das Auge reicht, an den Straßenrändern verschwundenen Kleinwagen und einer Müllabfuhr, die wochenlang nicht kommt, weil sie nicht kann – denn sie kommt nicht durch!

Aber ehrlich gesagt: daran erinnere ich mich kaum noch.

Hat es gerade noch geregnet? Guck mal, ein goldenes Blatt! Oh, wie schön! Ich mach mir mal einen leckeren Tee…